Wir trafen uns heute bei Anna und liesen uns durch den Dokumentarfilm von Chantal inspirieren. Nach kurzen Absprachen und mit neuer Inspiration machten wir uns an den Text des dokumentierenden Teil. Durch viele Pressetexte, dem Interview und TV-Sendungen entstand ein guter erster Teil. Zu Beginn hatten wir Mühe mit der Fomulierung der Sätze, haben uns gegen Schluss jedoch gut zurecht gefunden und kamen in den Schreibflow. Wir sind froh, dass durch verschiedene Anpassungen im Unterricht die Möglichkeit bestehet, in den nächsten Tagen weiterzuschreiben. Unser Ziel ist es, bis am Mittwoch 26.11.14, alle Texte geschrieben zu haben um Chantal die Arbeit als Brief zukommen zu lassen. Dadurch hat sie eineinhalb Wochen Zeit für das gegenlesen. Wir sind zuversichtlich und zufrieden mit unserer Arbeit.
Dokumentierender Teil
Chantal Michel wurde im Jahr 1968 in Bern in
eine kleinbürgerliche Familie geboren. Sie galt als ein introvertiertes und
zurückhaltendes Kind, welches sich schon damals von der Familie zurückgezogen
hat. Dies waren unter anderem die Gründe, weshalb sie mit 10 Jahren von ihrer
Mutter zu einem Psychiater geschickt wurde. Schon damals hat Chantal mit sich
und ihrem Körper gearbeitet und getanzt. Sie besuchte eine Ballettschule, in
der sie sich jedoch nicht wohl fühlte, da sie lieber für sich alleine als in
einer Gruppe tanzte. Sie merkte, dass sie ihre Gedanken vor Menschen nicht
authentisch zum Ausdruck bringen konnte, erlickte mit der Zeit die Videokamera
und konnte mit dieser das erwünschte festhalten.
Nach der obligatorischen Schulzeit absolvierte
sie eine Lehre als Floristin, besuchte danach die Keramikfachklasse in Bern
und bildet sich anschliessend als
Bildhauerin aus. Bereits als ausgebildete Floristin ist Chantal durch ihre
opulenten, kreativen Blumensträusse aufgefallen. Sie hat alle erlernten Regeln
über den Haufen geworfen, die Bouquets entstanden in Grössen, welche kaum
abtransportierbar waren. Bei Kunden war sie dafür bekannt und beliebt. Auch mit
ihren Keramikobjekten hatte sie Erfolge, da sie sich erneut gegen die Regeln entschied.
Sie steckte viel Energie und Persönlichkeit hinein, arbeitete mit Raum und
Körper, sowie der Farbe weiss. Ihre Werke waren schön und wirkten kühl, vielleicht
ein Grund weshalb sie sich nicht mit ihnen identifizieren konnte. „Ich komme ursprünglich von der Bildhauerei
her, habe einige Preise erhalten für meine Arbeit mit Objekten. Trotzdem fand
ich es zunehmend absurd, persönliche Aussagen in ein Kunstprodukt zu verpacken.
Warum nicht direkt mit dem eigenen Körper reden wie beim tanz?“ http://www.chantalmichel.ch/pressetexte/Der_Bund_2009-08-19_Wir_sind_alle_so_aengstlich.pdf
Immer noch gerne arbeitete sie mit ihrem
Körper, verschiedensten Räumlichkeiten, Formen und Beziehungen. Dies fehlte ihr
bei den vorhin erwähnten Arbeiten. Durch diese Erkenntnis veränderte sie ihr
Machen und Schaffen. Ihre erste Videoarbeit und zugleich ihr Durchbruch fand in
einem schlichten, würfelförmigen Betonraum statt. Sie spielte mit ihrem Körper,
dem Raum und deren Beziehung. Diese Arbeit hat sie eigenhändig aufgezeichnet,
welches ein wichtiges Instrument für viele folgende Arbeiten ist. Dadurch
besteht für sie die Möglichkeit, zeitgleich auf ihre Mimik und Gestik
einzugehen. (Siehe Abb.)
Eine grosse Fotoarbeit der bereits
international bekannten Künstlerin entstand im Jahr 2005 im Berner
Schweizerhof. Dieser wurde im Februar wegen Renovationsgründen geschlossen und
somit erhielt Chantal die Möglichkeit sich im Luxushotel einzunisten. In den
ersten drei Wochen lies sie sich durch die Leere des Gebäudes inspirieren. Sie
selbst lebte in den zwei Luxussuiten in der vierten Etage. Bis zur Vernissage
Ende Oktober entstanden in zehn Räumen Bilder mit ihr als Protagonistin. Das
Ambiente des Hotels wirkt durch die Möblierung sehr Puppenstubenhaft und lässt
die Fotografien eine eigene Sprache sprechen. Um die Dramatik der Bilder zu
verstärken, sowie Schattenwürfen zu entkommen, wurden alle Aufnahmen nachts bei
künstlichem Licht gemacht. Für die einwöchige Ausstellung wurden die Bilder in
Grossformat in den jeweiligen Räumen präsentiert. (Siehe Abb.)
http://www.chantalmichel.ch/pressetexte/Schweizer_Illustrierte_2005-10-17_Willkommen_im_Hotel_Michel.pdf
(Nichts verwendet)
Die längst anhaltende Arbeit fand in den
Jahren 2008-2011 im Schloss Kiesen statt. Die Vorgehensweise ähnelte der des
Schweizerhofs, nur stand ihr keine Möblierung zur Verfügung. Seit über 25
Jahren stand das Schloss leer bevor es von Chantal in eine Märchenwelt
verwandelt wurde. Während ihrer Zeit als Künstlerin merkte sie, dass sich die
Rezipienten vor Museen scheuen und wollte deshalb eine neue
Ausstellungsatmosphäre entstehen lassen. Die Räumlichkeiten waren sehr farbig,
verspielt und dekorativ eingerichtet. Chantal arbeitete nicht nur visuell,
sondern auch mit Gerüchen, unterschiedlichen Temperaturen und neuerdings auch
mit verschiedenen Kulinarischen Höhenpunkten. Dies entstand aus der Idee, dass
viele Besucher das Gespräch mit ihr suchten und sie dafür während der
Ausstellung zu wenig Zeit hatte. Jeden Samstag bietete sie angemeldeten Gästen
ein selbstgekochtes, farblich abgestimmtes Menu an und ass mit ihnen. Durch die
grosse Nachfrage der persönlichen Gespräche, bot sie mit der Zeit
Übernachtungsmöglichkeiten an, mit dem Hintergedanken eines gemeinsamen, langen
Frühstücks.
Ihre 40 neuen Werke entstanden, wie bereits
bei vorhergehenden Arbeiten, im grossen Zusammenspiel mit der Geschichte des
Gebäudes, den Räumen und ihrer Person.
Nach Ablauf ihrer Zeit in Kiesen,
veranstaltete sie Schlossgarten ihren ersten Flohmarkt. Diese Idee entstand
durch die grossen Anschaffungen verschiedenster Materialen und Möbel, welche
sie nun nicht mehr benötigte. Dieser Eventteil stiess auf grosse Begeisterung
und zieht sich bis heute durch Arbeiten von ihr. (Siehe Abb.)
http://www.srf.ch/player/tv/aeschbacher/video/chantal-michel?id=46c0d9a2-5206-4b24-b36e-5986d649c484
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